Leistungssport, 29.05.2026

Foto: Delegation des OTTV beim internationalen Turnier in Hasselt
Ein Rückblick von Reinhard Vilic (Chef Leistungssport OTTV)
23.–25. Mai 2026, Hasselt (Belgien)
Nach mehreren Jahren kehrte die OTTV-Delegation an das renommierte Nachwuchsturnier «International Youth Cup» in Hasselt zurück und hinterliess dabei einen starken Eindruck. Über das Pfingstwochenende hinweg präsentierte sich das Team in ausgezeichneter Form und wurde mit mehreren Podestplätzen belohnt.
Bereits die Anreise stellte mit einer Dauer von rund acht bis zehn Stunden eine erste Herausforderung dar. Vor Ort verlangte vor allem die Organisation des Turniers volle Aufmerksamkeit: Gespielt wurde gleichzeitig in fünf verschiedenen Hallen, wobei die OTTV-Teams (Knaben U15 und U13 sowie Mädchen U15) auf mehrere Standorte verteilt waren.
U15-Teamwettbewerb: Gold für die Knaben, Silber für die Mädchen
Knaben U15:
Mit Joshua Provenzano, Aidan Amstad und Daniel Pigrum zeigte sich das Team in bestechender Form. Unter der Leitung von Coach Michal Kubat dominierte das Trio seine Gegner, vor allem aus den Benelux-Staaten und Deutschland, und liess keinerlei Zweifel an seiner Klasse aufkommen. Souverän sicherten sich die «drei Musketiere» den Turniersieg und damit die Goldmedaille.
Mädchen U15:
Spannung pur hingegen bei den Mädchen: Die von Pavel Rehorek betreuten Spielerinnen Julia Gajewska und Leonie Davis kämpften sich in einem dramatischen Halbfinale im entscheidenden Doppel des fünften Satzes ins Finale. Dort mussten sie sich erneut im Entscheidungsdoppel knapp geschlagen geben. Trotz der Finalniederlage ist die Silbermedaille ein hervorragender Erfolg.
U13-Teamwettbewerb: Wertvolle Erfahrungen und kämpferische Leistung
Bei den Knaben U13 sammelten Livio Antonilli und Giorgio Scalari ihre ersten internationalen Erfahrungen. Gemeinsam mit Arthur Porrit entwickelten sich die von Reinhard Vilic betreuten Knaben im Laufe des Turniers nach anfänglicher Nervosität kontinuierlich weiter. Nach ersten Rückschlägen folgten klare Siege gegen mehrere Gegner aus den Benelux-Staaten. Am Ende resultierte ein respektabler 7. Platz im Mittelfeld; ein gelungener Auftritt mit viel Entwicklungspotenzial.
Einzelwettbewerbe: Lichtblicke und wertvolle Erkenntnisse
Knaben U15:
In diesem Feld zeigte sich das Niveau deutlich ausgeglichener. Aidan und Daniel schieden bereits in der zweiten Runde aus, wobei das Fehlen einer Setzliste dazu führte, dass alle drei Spieler – Joshua etwas später – früh auf sehr starke Gegner trafen. Dieses anspruchsvolle Los relativiert das vorzeitige Ausscheiden zumindest teilweise. Joshua stiess dennoch bis in die dritte Runde vor, musste sich dort jedoch trotz zwischenzeitlich klarer Führung geschlagen geben.
Mädchen U15: Leonie glänzt – Julia überzeugt
Für das Highlight sorgte Leonie, die ihre Kategorie souverän gewann und damit ihren ersten internationalen Einzeltitel feiern konnte. Ein grosser Erfolg mit starkem Ausblick auf die kommenden Aufgaben.
Julia trat in der höheren Stärkeklasse an und bestätigte dort eindrücklich ihr hohes Leistungsniveau. Im Viertelfinal führte sie bereits mit 2:0 Sätzen, musste sich am Ende jedoch äusserst knapp geschlagen geben. Trotz des verpassten Podestplatzes unterstrich sie einmal mehr ihr grosses Potenzial und zeigte, dass sie auch auf diesem Niveau zu den stärkeren Spielerinnen gehört.
U13 im Einzel: Kampfgeist und wichtige Entwicklungsschritte
Nachdem alle drei Knaben – Livio, Giorgio und Arthur – die erste Runde erfolgreich überstanden hatten, warteten in der zweiten Runde bereits deutlich stärkere Gegner. Livio und Giorgio lieferten sich enge Partien, mussten sich jedoch jeweils knapp geschlagen geben.
Arthur hingegen zeigte grossen Kampfgeist. Nach einem 1:2-Satzrückstand kämpfte er sich eindrucksvoll zurück und entschied das Spiel im Entscheidungssatz mit 3:2 für sich. Damit sicherte er sich den Einzug in den Achtelfinal. Dort war gegen einen weiteren starken Gegner leider Endstation.
Die drei Jüngsten überzeugten mit Mut, Einsatzbereitschaft und Teamgeist; Tugenden, auf denen sich ihre weitere Entwicklung vielversprechend aufbauen lässt.
Fazit der Coaches: Vielversprechende Basis mit klaren Entwicklungsschwerpunkten
Die Coaches konnten insgesamt eine erfreuliche Entwicklung feststellen: Spielerisch war der Anschluss an die internationale Konkurrenz grösstenteils gegeben, auch Einsatzbereitschaft und Kampfgeist überzeugten auf ganzer Linie.
Dennoch wurden klare Verbesserungspotenziale sichtbar:
- Im Aufschlagspiel werden zu selten direkte Vorteile erzielt.
- Die Spieleröffnung ist häufig zu passiv.
- Spinvariationen der Gegner werden nicht immer korrekt gelesen.
- Mental fehlt es in entscheidenden Momenten noch an Konstanz.
Gerade die mentale Stärke in engen Spielsituationen soll künftig gezielter trainiert werden. Durch realitätsnahe Trainingsformen, etwa das Simulieren von Satzendphasen, sollen die Spieler lernen, auch bei Drucksituationen souveräner zu agieren.
Ein Turnier mit Signalwirkung für die Zukunft
Der Auftritt in Hasselt hat eindrücklich gezeigt, dass der OTTV-Nachwuchs international konkurrenzfähig ist und mit gezielter Weiterentwicklung noch viel Potenzial nach oben besitzt. Die Basis für künftige Erfolge ist damit klar gelegt!








